Slex Nenskat (Plauen) Nr.19
„Schildkröte“
Als ich in Mexiko war, begegnete mir eine Schildkröte im Wasser – ruhig, gelassen, fast zeitlos. Diese Begegnung ist mir geblieben. Heute bin ich in Etzdorf, im wunderschönen Striegestal. Und nun ist sie hier – an der Wand. Vielleicht, weil manche Eindrücke mitreisen. Weil Kunst festhält, was uns berührt. Jetzt schaut sie still auf diesen Ort – und erinnert mich daran, wie weit Wege gehen können.
Der Plauener Künstler Alexander Nenskat collagiert, pasted, malt, installiert, druckt, fotografiert und layoutet. Dabei bewegt er sich fließend durch seine Slexeigene Welt sich von klassischen Gestaltungen, politischen Messages bis hin zu rein abstrakten Kompositionen erstreckt. Der Horizont ist offen.
Slex Nenskat über sich selbst: „Ich schaffe seit mehr als 15 Jahren zeitgenössische Kunst in Acryl, Lack und Papier in Form von Collagen. In diesen Jahren ist ein breites Spektrum an klein- bis großformatigen Kunstwerken entstanden, die ich auf Leinwand, Betonwänden oder ungewöhnlichen Untergründen wie Brotschneidebrettern präsentiere. Für die Werke bediene ich mich oft bei Tierbildern als sinnbildliche Darstellung und Widerspiegelung des Menschen oder der Gesellschaft. Für die Hintergrundeffekte nutze ich unter anderem Lackfarben in verschiedenen Techniken und positioniere darauf die vermenschlichten Tiere als Stencil oder Collage. Gesellschaftskritische Aspekte, alltagstypische Situationen oder einfach nur die menschlichen Typen „um die Ecke“ stehen im Fokus meiner Werke.“
Juliane Maria Hoffmann (Leipzig) Nr.20
o.T.
Als freischaffende Künstlerin erforsche ich die Themen meiner Kunst in interdisziplinären Arbeiten, die medial von Zeichnungen, Stickereien, Gravuren über Skulpturen, Soundcollagen, Performances bis hin zu raumfüllenden Raum-Klang- Installationen reichen. Dabei orientiere ich mich an Konzepten von Gemeinschaft, Arbeit, Kunst, Wissen, Intuition, Religion, Kommunikation und Bildung.
Darüber hinaus spielen Materialität und handwerkliche Umsetzung eine große Rolle. Gegenstand meiner künstlerischen Arbeiten sind die Wiedergabe beobachteter Zustände von Individualität und Gesellschaft, sowie Visionen imaginierter Welten und abstrakter Zeichen. Dabei interessiert mich die tiefgreifende Symbolhaftigkeit und wie intuitiv oder gesellschaftlich vorbestimmt individuelle Wahrnehmung wirklich ist.
Tango Yuzu (Berlin/Chile) Nr.21
o.T.
Nense Gomez aka Tango Yuzu ist bekannt für seine unverwechselbare, nostalgisch anmutende und zugleich moderne Farbpalette, seine klaren Silhouetten und seine kühnen Pinselstriche. Seine Arbeiten spiegeln die Schnittstelle zwischen seiner persönlichen Geschichte und seiner Sicht auf die aktuelle soziale und emotionale Lage weltweit wider. Sein Stil, der grafi sche und malerische Techniken miteinander verbindet, weist avantgardistische Einfl üsse wie Futuris- mus, Abstraktion und Kubismus sowie Einfl üsse des zeitgenössischen Pop-Muralismus auf.
Toymaster Flash (Jena) Nr.22
„alter Mann mit Blumen VI“
Der aus Jena stammende Toymaster Flash aka Michael Drosdek ist ein vielseitiger Maler und Graffitikünstler. Seine künstlerische Bandbreite reicht von klassisch-figürlicher, beinahe barocker Malerei bis hin zu abstrakten Farb- und Linienkompositionen. Inhalt und Form seiner Arbeiten verändern sich dabei stets mit Umgebung, Thema und Schaffensgefühl. Immer auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen entwickelt er seine Malerei konsequent weiter und schlägt neue Richtungen ein, sobald eine Form für ihn auserzählt scheint. Dabei bleibt seine Kunst unabhängig von äußeren Erwartungen und festen Zuschreibungen.
Neben seiner eigenen Arbeit engagiert er sich in Workshops mit Kindern und Jugendlichen. Als ehemaliges Mitglied des Jenaer Kollektivs „Farbgefühl“ vermittelt er Kreativität und Techniken rund um Spraydose, Stencils und andere Methoden - dabei geht es um weit mehr als nur das Erlernen von Technik.
Philipp Eichhorn (Halle) Nr.23
„Erweiterung Be the light“
Offen sein, da sein - für andere, für sich.
Auch wenn alles dunkler zu werden scheint.
Gerade dann. Gerade jetzt.
Es wird eng im Gleichgültigem.
Philipp Eichorn (Jg. 83) lebt und arbeitet in Halle. Sein vielfältiges Arbeitsspektrum besteht aus Graffiti, Zeichnung, Malerei und Kunst am Bau. Dazu ein paar beschreibende Worte: Den Malereien von Philipp Eichhorn liegen zumeist Beobachtungen zugrunde welche er in seinem Umfeld macht. Es sind vor allem alltägliche Situationen am Rande der Gesellschaft. Sein Antrieb ist es, diese Themen in den Fokus zu rücken, den Betrachter zwingt das hinzuschauen. Oft ist die Szene abstrahiert und farblich überhöht, sodass erst ein poppiger, fröhlicher Eindruck entsteht, die eigentliche schwere und Tragweite des Themas folgt erst bei bei näherer Betrachtung. Quelle: Philipp Eichorn
Herr Orm + Guido "Rebelism 73" Günther (Dortmund/Chemnitz) Nr.24
o.T
Herr Orm aka Markus Becker ist zum einen Sozialarbeiter in Recklinghausen, der Graffiti in der Jugendarbeit nutzt und zum anderen ein einzigartiger Künstler. Seine Malereien sind geprägt von einem freien, sehr grafischen und wunderschön rotzigen Strich. Seine Inspiration, ist das Alltägliche, das spontane Geschehen um ihn herum und all das was ihm beim Malen in den Sinn kommt. Absurde Wesen, irgendwie, irgendwo zwischen Tier, Mensch und Einrichtungsgegenstand einzuordnen, besiedeln seine Gedankenwelt, die er uns auch mit einem lachenden Auge entgegen knallt. Seine Wurzeln liegen im Graffiti dessen Grenzen er aber regelmäßig sprengt. Neben der Arbeit mit der Dose installiert Herr Orm auch mal, collagiert, baut Plastiken oder bemalt Turnschuhe wenn es sich ergibt. Frei von der Leber weg, Herr Orm halt.
Rebelism 73 ist nicht nur das Pseudonym des Künstlers Guido Günther, sondern auch wahrlich bezeichnend für seinen intuitiven Malstil. Der Kontrast zwischen schwungvollen Strichen und kräftigen Linien, zwischen düsteren Flächen und farbigen Akzenten, spiegeln die Dynamik und Spontanität jeder Schaffensphase wieder.
Im Jahr 1994 begann seine künstlerische Laufbahn in der er sich stets neu erfand. Angefangen mit Graffiti malte er bevorzugt seinen Künstlernamen mit temperamentvollen Buchstaben. Im Laufe der Zeit lösten sich diese jedoch immer mehr von der Begrenzungen der einzelnen Zeichen und verwandelten sich Stück für Stück in abstrahierte Figürlichkeit. Diese „Schutzgeister“ versuchen nun in einer Art apokalyptischem Endzeitszenario mit all ihrer Macht eine neue Welt im Geiste des Einklanges mit der Natur zu erschaffen.
Neben seiner freien Tätigkeit als Künstler ist er darüber hinaus seit 1994 bekannt durch seine Dienstleistungen im Bereich der Fassadengestaltungen. Bis heute schmücken zahlreiche seiner Werke ganz Deutschland, vermehrt aber den Großraum Sachsen. Aufgrund seines Erfolges gründete Guido Günther schon 2002 das Unternehmen REBEL ART.
