xxminimquadrant (Osnabrück) Nr.88
o.T.
Zu sehen ist Intuitive Malerei. Dabei entstehen Buchstaben bis hin zur eigenen Schrift über Formen bis hin zu Wesen.
Ich agiere während des Prozesses immer frei / intuitiv, auch in Bezug auf die Farbwahl. Ich benutze eher ruhige Farben. Schwarz steht für mich für Ruhe/Tiefe und als guter Boden für alles Weitere wie z.B. Kontraste.
Ich bemale gern Fundstücke, Aussenfassaden, skizziere aber auch gern. Zudem arbeite ich viel mit der Nähmaschine. Am liebsten aber mit der Hand, auch rein intuitiv.
Ich möchte frei sein in meiner Kunst, diesen Freiraum vermitteln und somit den Betrachter / die Betrachterin meine Kunst auch frei interpretieren lassen.
Didier Scheuren (Belgien) Nr.89
o.T.
Didier Scheuren ist ein Künstler, der aus dem bereits Vorhandenen schöpft. Was er sieht, animiert ihn, etwas damit zu machen. Gerne agiert er spielerisch – er verschiebt, verrückt, verlagert, invertiert, um das Vorgefundene zu bergen und zu inszenieren. Kunst ist für ihn nicht Selbstzweck; sie dient ihm dazu, alltägliche Situationen in ein neues Licht zu rücken, die vermeintliche Statik derjenigen Konstellationen zu durchbrechen, die unsere Vorstellung von Wirklichkeit prägen. Didier Scheuren lebt in Belgien und arbeitet in Luxemburg, Deutschland und überall dort, wo sich neue Felder eröffnen. Quelle: Didier Scheuren
Magdalena Wiegner (Berlin) Nr.90
"the way out"
Wir alle tanzen mit ihm in der einen oder anderen Form - dem negativen Selbstgespräch. Es kreist unablässig, wie eine eindringliche Melodie, die durch die Korridore unseres Geistes hallt. Dunkle Gedankenkaskaden drehen sich endlos und führen uns auf einem labyrinthischen Pfad in die Tiefen der Verzweiflung. Wir finden uns isoliert, umgeben von spöttischen Schatten, wie unheimliche Harlekine. Das Ego schwelgt in diesem Gedankenkarussell und überredet uns, an Bord zu bleiben und sich dem endlosen Kreislauf der Selbstzweifel hinzugeben.
Dazu, den Schmerz auf andere abzuwälzen. Aber, mein Freund, es gibt einen anderen Weg. Sitze einfach in stiller Kontemplation, beobachte den Tumult in dir und erlaube dir, ihn vollständig zu fühlen. Dies ist der Weg zur Befreiung. Wenn du dich den Dämonen stellst, die deine Schritte seit Ewigkeiten schweigend beschattet haben, wüten und schreien sie und drängen dich, zu fliehen. Doch in deiner Stille findest du Kraft. Inmitten des Chaos entdeckst du eine neu gefundene Widerstandsfähigkeit. Und wenn die Stimmen in Vergessenheit geraten, gehst du gestärkt und gelassener daraus hervor, bereit, dem nächsten Zyklus mit unerschütterlicher Entschlossenheit entgegenzutreten.
Magdalena Wiegner ist eine freiberufliche Künstlerin, Illustratorin und Autorin aus Berlin. Mit Wurzeln in der Steinbildhauerei, Streetart, Muralismus und digitaler Illustration hat sie ein vielseitiges künstlerisches Fähigkeiten-Set zu bieten. Ihr Fokus liegt momentan darauf, Träume und Emotionen in ihrer Formensprache darzustellen.
Magdalena war schon immer eine Geschichtenerzählerin. In ihren künstlerischen Bemühungen taucht sie in verschiedene Welten ein, die metaphorisch das zeitgenössische Leben und ihre Erfahrungen als (queere) Künstlerin und Träumerin reflektieren.
Sie überbrückt die Kluft zwischen Traum und Realität durch ihre Werke und ermutigt uns, Zuflucht und Gelassenheit in unserer Vorstellungskraft und unseren Träumen zu finden. Ihre Kunst dient als Inspiration, der Monotonie des Alltagslebens zu widerstehen und wieder mit unseren Emotionen in Kontakt zu treten. Quelle: Magdalena Wiegner
Didier Scheuren (Belgien) Nr.92
"Sry Stella"
In der Rauminstallation „SRY Stella“ verschmilzt die Welt der Transparenz und Klarheit mit dem faszinierenden Zusammenspiel von Wissen und Nichtwissen. Die Besucher tauchen in eine Umgebung ein, die von scheinbar in Reih und Glied stehenden Scheiben dominiert wird, die gleichzeitig die Struktur und die Unsicherheit unserer Welt symbolisieren.
Die zentralen Elemente der Installation sind die Scheiben, die in perfekter Anordnung im Raum stehen, durchsichtig und dennoch präsent durch den Rahmen. Sie repräsentieren das Wissen, das wir zu haben glauben, und die Klarheit, die wir in unserem Streben nach Verständnis suchen. Doch trotz ihrer Ordnung und Transparenz verweisen sie auch auf das Nichtwissen, das sich zwischen den Schichten verbirgt, und auf die Grenzen unserer Erkenntnis.
Ein faszinierendes Element der Installation ist das Erbringen eines Scharfschützen, der sich hinter die Glasscheiben positioniert welcher trotz seines Wissens darüber, was geschehen wird, dennoch seine Schüsse abfeuert. Diese Figur verkörpert die menschliche Natur, die trotz des Wissens um die Konsequenzen ihrer Handlungen oft unvermeidlichen Handlungen folgt. Die Frage, die sich hier stellt, ist: Was geschieht mit uns, wenn wir trotz unseres Wissens handeln, und warum agieren wir so?
Die Installation regt die Besucher dazu an, über die Natur von Wissen und Nichtwissen nachzudenken und darüber, wie diese Konzepte unser Handeln beeinflussen. Sie stellt die Frage nach Selbstbestimmung und ob wir tatsächlich die Fähigkeit besitzen, bewusste Entscheidungen zu treffen, oder ob unser Handeln von unsichtbaren Kräften geleitet wird.
Durch die Erfahrung von „SRY Stella“ werden die Besucher aufgefordert, über ihre eigenen Überzeugungen und Handlungen nachzudenken und sich der Komplexität der menschlichen Natur bewusst zu werden. Die Installation lädt dazu ein, sich mit den Themen Transparenz, Klarheit, Wissen und Nichtwissen auseinanderzusetzen und neue Einsichten über die Natur des menschlichen Geistes zu gewinnen.
Der Aufbau der Installation wird sowohl fotografisch wie per Video festgehalten. Der Moment des Schusses zudem mit Hochgeschwindigkeitskamera. So das danach ein Video von dem Durchdringen der Kugel durch die Glasscheiben neben der Installation gezeigt werden kann. In dem Schuss liegt gleich eine Doppelbedeutung, auf der einen Seite das Ausführen eines Befehls oder eines Impulses und auf der anderen Seite gilt der Schuss auch zugleich als ein Startschuss. Ein Start für etwas Neues, ein Paradigmenwechsel.
Didier Scheuren ist ein Künstler, der aus dem bereits Vorhandenen schöpft. Was er sieht, animiert ihn, etwas damit zu machen. Gerne agiert er spielerisch – er verschiebt, verrückt, verlagert, invertiert, um das Vorgefundene zu bergen und zu inszenieren. Kunst ist für ihn nicht Selbstzweck; sie dient ihm dazu, alltägliche Situationen in ein neues Licht zu rücken, die vermeintliche Statik derjenigen Konstellationen zu durchbrechen, die unsere Vorstellung von Wirklichkeit prägen. Didier Scheuren lebt in Belgien und arbeitet in Luxemburg, Deutschland und überall dort, wo sich neue Felder eröffnen. Quelle: Didier Scheuren
Florian Huber (Hamburg) Nr.93
"Architektonische Kulturschutzmaßnahmen"
Florian Hubers Arbeit besteht aus der Ummantelung von zwei Säulen im UW Etzdorf mit baustellentypischen Baumschutz: Bretter, Schläuche, Spanngurte. Der Künstler sieht das UW-Etzdorf als Projekt, das mit Kunst und Kultur ein Zeichen gegen den aufkommenden Extremismus von Rechts setzt und für ein Miteinander einsteht. Und das sollte wie die Bäume auf den Baustellen geschützt werden.
Der Hamburger Konzeptkünstler Florian Huber hat einen klaren, reduzierten und durchdachten Blick mit dem er seine architektonischen Kulturschutzmaßnahmen in Etzdorf umsetzt. In der Chemnitzer Ecke ist er kein Unbekannter: Seine Bauzauninstallation 2018 vor dem Karl Marx Kopf regte viele andere Künstler zur freien Betätigung an und löste kontroverse Diskussionen aus.
Schaut man sich die Arbeiten und die Wahl der Materialien an, so scheint es, als erfinde sich der in Hamburg lebende Künstler Florian Huber ständig neu. Seine wachsende Werk- und Materialliste reicht von riesigen Installationen aus Bauzäunen, über Skulpturen aus Natodraht und Holz, in Epoxidharz eingegossene Rückstände unserer Konsum- und Partygesellschaft, monochrome Strukturarbeiten, die wie dreidimensionale Malereien anmuten, bis hin zu tatsächlicher Malerei.
Doch auch wenn die Materialien der Werke und ihre Erscheinung so unterschiedlich sind, bleibt sich der konzeptionell arbeitende Künstler Huber in der Wahl seiner Themen stets treu. Hier dreht sich alles um Vergänglichkeit, Konsumgesellschaft, die Frage, wann ein Ding nicht mehr bloßer Gegenstand ist, sondern Teil eines Kunstwerks und welche Rolle der Künstler selbst in diesem wertschaffen- den System einnimmt bzw. überhaupt noch einnehmen kann.
Quelle: Florian Huber
Masholand (Georgien) Nr.95
"Treshold"
Dieses Wandbild erkundet die transformative Reise von der Dunkelheit zum Licht durch die Kraft der Kreativität und der inneren Arbeit. Inmitten von schwereren, düsteren Werken dient es als visuelle und thematische Brücke, die ein Gefühl von Erneuerung, Reflexion und Hoffnung vermittelt.
Seit über 11 Jahren vermittelt Masholand Geschichten aus einem Paralleluniversum über verschiedene Medien. Nun entwickelt es sich weiter und verbindet innere Arbeit, Selbstreflexion und die stille Magie, die im Alltag verborgen liegt. Meine Kunst ist eine sanfte Einladung in eine persönliche Wahrnehmung der Realität, in der Fantasie auf Emotionen trifft und das Unsichtbare sichtbar wird.
Chiara Dahlem (Luxemburg) Nr.96
"Waschtag"
Frisch gewaschene Tücher sind mit überdimensionalen Klammern zum Trocknen aufgehängt. Vor der Waschmaschine stapeln sich Berge von blutiger Schmutzwäsche, in der Kammer nebenan steht der vergessene Berg von vorgestern und die Tür zum Extremismus ist gerade noch zugesperrt. Die Wäsche wird einfach nicht sauber, das Blut bleibt im Stoff, auch wenn man versucht noch so starke Mittel einzusetzen.
Chiara Dahlems Waschtag thematisiert auf eindrückliche Weise die momentanen Kriege in der Ukraine und Nahost und andere „vergessene“ Konflikte weltweit. Religion und Nationalismus dienen dabei als Waschmittel, daß das blutige Treiben auf den Schlachtfeldern rein und gerecht erscheinen lassen soll. Dabei gibt es keine „guten“ Nationen, jeder versucht einfach nur seine eigene dreckige Wäsche zu waschen.
Die Luxemburgerin Chiara Dahlem spricht eine vielfältige, starke, prägnante Sprache. Ihre kraftvollen Installationen, Plastiken und Malereien schreien geradezu angesichts ihrer Inhalte, die Rassismus, Krieg, Gewalt und Überwachung thematisieren. Dennoch gleitet sie dabei nie ins bloße Erklären ab, sondern erschafft Räume die Fragen stellen, Betroffenheit hervorrufen und Teilnahme möglich machen.
Trotz des vielen Blutes, ein Markenzeichen der Künstlerin, lässt sie sich aber auch nicht auf eine einseitige Fokussierung auf das Negative festmachen. Je nach dem Ort, seiner Geschichte und den Hintergründen, entscheidet sie sich immer wieder neu, welche Fragen sie rufend in den Raum stellt. Seien es vielfarbig gestreifte Brücken oder tausende Papierkolibries in einer alten Zeche.
