Ordinario (Köln) Nr.65

o.T.

Ordinarios Arbeiten sind geometrische Reaktionen auf architektonische Gegebenheiten. Sie verstecken sich und tauchen plötzlich auf. Dabei interessiert sich Ordinario für ungewöhnliche Situationen, die für Maler nicht unbedingt interessant sind. Seine Formstudie beinhaltet vielfältige Formate. Zum derzeitigen Zeitpunkt untersucht er kreisförmige Entitäten, die verspielt auf ihre Umgebung eingehen.

Ordinario ist ein deutsch-filipinischer Künstler, der in Köln und Berlin lebt. Als Architekturzeichner widmet er sich zwei- und drei-dimensionalen Formen. Diese sind inspiriert von natürlichen Formen, denen er in seiner eigenen kulturellen Auseinandersetzung immer wieder begegnet. Er versucht, seine kulturellen Wurzeln zu verstehen, ohne viel über sie zu wissen. So wird das Carabaohorn zum Leitmotiv und Ziegenköpfe werden zu architektonischen Bausteinen. Er schloss 2022 als Meisterschüler in der Architekturklasse der Kunstakademie Düsseldorf ab und wurde mit dem Förderpreis ausgezeichnet.

Ordinario begibt sich auf eine Reise mit interkulturellen Techniken. Er bezeichnet sich selbst als kulturelles „Dazwischen“ und wird so zu einem Experimentator, der die Grenzen seiner Herkunft verwischen will. So entsteht eine neue Welt, die ihren eigenen Regeln folgt. Die Formen, die durch diese Ordnung entstehen, sind „freihändig- symmetrisch“. Sie entstehen durch ein „unsichtbares Raster“, das Ordinario Punkt für Punkt erscheinen lässt. Diese Technik erlaubt es ihm, sich auf einem zweidimensionalen Medium ohne vorge- fertigtes Raster präzise zu orientieren. Er bewegt sich zwischen geometrischer Konstruktion und Freihandzeichnung auf der Grundlage architektonischer Operationen. Das Ergebnis sind Entwürfe von Formen, Mustern und Zeichen.

Philipp Eichhorn (Halle) Nr.66

„Machen - nicht fragen!“

Der Name ist Programm. Machen - nicht fragen nach Sinn oder Nutzen oder Moral. Einfach mitmachen und nicht selbst denken.

Philipp Eichorn (Jg. 83) lebt und arbeitet in Halle. Sein vielfältiges Arbeitsspektrum besteht aus Graffiti, Zeichnung, Malerei und Kunst am Bau. Dazu ein paar beschreibende Worte: Den Malereien von Philipp Eichhorn liegen zumeist Beobachtungen zugrunde welche er in seinem Umfeld macht. Es sind vor allem alltägliche Situationen am Rande der Gesellschaft. Sein Antrieb ist es, diese Themen in den Fokus zu rücken, den Betrachter zwingt das hinzuschauen. Oft ist die Szene abstrahiert und farblich überhöht, sodass erst ein poppiger, fröhlicher Eindruck entsteht, die eigentliche schwere und Tragweite des Themas folgt erst bei bei näherer Betrachtung. Quelle: Philipp Eichorn

MOW (Oelsnitz / Erzgebirge) Nr.67

„I can´t believe“

Es ist wieder Krieg, versteckt unter der Patina.  

Der Oelsnitzer Künstler Martin MOW Tretner zeichnet sich durch einen engagierten Stil und durch die Mischung von Techniken wie Spraylack, Markern, Airbrush und Collagen aus. Seine markanten, illustratorischen Fähigkeiten setzt er in Kinderbüchern und Comics um. In seinen zeichnerischen Arbeiten kombiniert er bewusst übertriebene Perspektiven mit überzeichneten Charaktären und stark ausgearbeiteten Details. Seine Figuren nimmt er dennoch sehr ernst und integriert sie erzählerisch in ihre Bildlandschaft.

Seine malerisches Werk ist eher geprägt von starken bildlichen Metaphern, die gesellschafts- und sozialkritische Inhalte transportieren. Eine figürliche, teilweise fotoreale Ausdrucksweise kommt hier, bedingt durch die Arbeit mit Spraylack, zum Ausdruck. Ein wichtiges Element in seinen Arbeiten ist auf jeden Fall auch der Humor bis hin zur beissenden Ironie. Das lachende Auge findet man immer wieder in der ein oder anderen Form, die Kinder ebenso anspricht wie Erwachsene.

MOW über MOW: „Ich mochte schon immer Bilder, die eine Story haben. Kunst sollte, denke ich, schon irgendwie nachdenklich machen. Und das ist auch mein Anspruch an meine Bilder. Ich versuche Stimmungen zu erzeugen und Geschichten zu erzählen, ohne dabei die Dinge zu bewerten.“

Distubanity Graphics (Berlin) Nr.68

„Gee & Kalle / Operation Upper Floor Family, Part b“

Das Graffiti-Writing erscheint heutzutage als eines von vielen, ja geradezu diversen Genres, in denen mit der Sprühdose anstatt mit dem Pinsel gemalt wird. Das „Sprayer-Dasein“ selbst ist nur noch in gewissen Randbereichen des altgestrigen Konservatismus mit dem Makel der irregulären Unrechtmäßigkeit behaftet - nicht in Bezug auf die Bildsprache der Kunstform oder das jeweils erwählte Wording allerdings, sondern, wie sinnlos dies auch erscheinen mag, nur in Abhängigkeit vom gewählten Untergrund der Bilder. Auf Fernverkehrs-Vehikeln ist das Writing böse und zerstörerisch, auf Nachbars Garage, in Auftragsform, ist es aber wirklich toll.

Aber was hat es damit eigentlich auf sich, was ist denn dieses Stylewriting, dieses auch mit komplexer akademischer Expertise nur schwer zu bewertende Sub-Genre von der in gewissen Kreisen als Maß aller Dinge gerühmten Street? Ich lüfte gerne das Geheimnis gerne, da ja ohnehin alle Top Secrets irgendwann in die Gefahr der Ent-Tarnung geraten: Es sind nicht nur Buchstaben, auch wenn es Buchstaben sind.

Der äusserst vielseitig malende Matthias Gephart aka Distubanity Graphics verwandelt ganze Räume in einen Rausch aus Linien, Farben und organischen Typografien. Seine Arbeit ist zwar noch am klassichen Graftiti orientiert, entwächst aber sprichwörtlich in in den Raum und schafft mehrschichtigte Gebilde, die sich in etwas größerem als einer Kategorie auflösen.

Matthias Gephart über sich selbst: „Ich bin ein Grafikdesigner und Illustrator aus Bochum, der in Berlin lebt. Ich schreibe und zeichne und male Graffiti-Typografie seit 1988. Ich fotografiere, ich kombiniere, ich überblende, ich freestyle, ich mixe, ich mache Bücher. Ich sehe Wildstyle Lettering als eine Herausforderung, Formen zu schaffen, die sich manchmal eher wie Underground Comics aus den Sechzigern anfühlen als wie solide 80er Jahre Klischees.“

Daria Dordina, Antonina Savilova, Kaspar Kleinhenz (Leipzig) Nr.69

„Mobile Bänke und Hocker fürs Umspannwerk Etzdorf“

Inspiriert von den architektonischen Details des Umspannwerks bewohnen die Objekte das Gebäude einzeln oder finden sich zu Gruppen zusammen.

Distubanity Graphics (Berlin) Nr.70

„Kalle / Ein sieben Jahre alter Artist und sein fünftes Piece“

Der junge Künstler arbeitet als Writer unorthox. Seinen Arbeitsprozess hat er sich gut überlegt und erklärt ihn so: „Als Erstes wurde die Schrift mit Tape geklebt. Danach wurde eine Außenform für das Bild gezogen, in diese Form hinein dann ein Liniengeflecht gemalt. Der Hintergrund des Liniengeflechts wurde blau, die Linien selbst rot ausgemalt. Im folgenden Schritt bekamen die Linien schwarze Outlines - und man konnte neu entscheiden, welche vorne stehen und welche hinten liegen sollten. Als Letztes wurde das Tape wieder von der Wand abgelöst, so dass die Buchstaben KALLE zu sehen sind: Ganz ohne Füllung und ohne Outline, aber super erkennbar.

Der äusserst vielseitig malende Matthias Gephart aka Distubanity Graphics verwandelt ganze Räume in einen Rausch aus Linien, Farben und organischen Typografien. Seine Arbeit ist zwar noch am klassichen Graftiti orientiert, entwächst aber sprichwörtlich in in den Raum und schafft mehrschichtigte Gebilde, die sich in etwas größerem als einer Kategorie auflösen.

Matthias Gephart über sich selbst: „Ich bin ein Grafikdesigner und Illustrator aus Bochum, der in Berlin lebt. Ich schreibe und zeichne und male Graffiti-Typografie seit 1988. Ich fotografiere, ich kombiniere, ich überblende, ich freestyle, ich mixe, ich mache Bücher. Ich sehe Wildstyle Lettering als eine Herausforderung, Formen zu schaffen, die sich manchmal eher wie Underground Comics aus den Sechzigern anfühlen als wie solide 80er Jahre Klischees.“

MOW (Oelsnitz / Erzgebirge) Nr.71

„Quincy in the Box“

Wie ein Wurm, die Haltung gebückt, gebetsartig in den Screen starrend, saugt er den ganzen überflüssigen Input in sich rein. Seine Hülle, vom Überfluss gezeichnet, unnatürlich gelblich verfärbt. Das Licht des Screens strahlt einmal durch und hinten wieder raus. Der große Teil des kalten Inputs bleibt jedoch unverdaut im Fleisch.

Der Oelsnitzer Künstler Martin MOW Tretner zeichnet sich durch einen engagierten Stil und durch die Mischung von Techniken wie Spraylack, Markern, Airbrush und Collagen aus. Seine markanten, illustratorischen Fähigkeiten setzt er in Kinderbüchern und Comics um. In seinen zeichnerischen Arbeiten kombiniert er bewusst übertriebene Perspektiven mit überzeichneten Charaktären und stark ausgearbeiteten Details. Seine Figuren nimmt er dennoch sehr ernst und integriert sie erzählerisch in ihre Bildlandschaft.

Seine malerisches Werk ist eher geprägt von starken bildlichen Metaphern, die gesellschafts- und sozialkritische Inhalte transportieren. Eine figürliche, teilweise fotoreale Ausdrucksweise kommt hier, bedingt durch die Arbeit mit Spraylack, zum Ausdruck. Ein wichtiges Element in seinen Arbeiten ist auf jeden Fall auch der Humor bis hin zur beissenden Ironie. Das lachende Auge findet man immer wieder in der ein oder anderen Form, die Kinder ebenso anspricht wie Erwachsene.

MOW über MOW: „Ich mochte schon immer Bilder, die eine Story haben. Kunst sollte, denke ich, schon irgendwie nachdenklich machen. Und das ist auch mein Anspruch an meine Bilder. Ich versuche Stimmungen zu erzeugen und Geschichten zu erzählen, ohne dabei die Dinge zu bewerten.“

Ondrei Bo (Chemnitz/Ukraine) Nr.72

o.T.

Ondrei Bo - ist ein ukrainischer Künstler, der im Realismus-Stil arbeitet. Er meistert die Kunst der Licht- und Schattensetzung, um das Leuchten von Objekten in seinen Werken einzufangen. Seine Fähigkeit, das Licht zu lenken, verleiht seinen Gemälden eine besondere Tiefe und Dimension. Die bevorzugte Farbpalette ist lebendig und intensiv, und er nutzt sie, um die Atmosphäre seiner Gemälde zu verstärken.

Durch seine Kunst zieht er die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Schönheit und Einzigartigkeit alltäglicher Dinge. Seine Gemälde spiegeln oft gewöhnliche Momente des Lebens wider, die oft übersehen werden, aber durch seine Darstellung werden sie zu einem faszinierenden Blickfang. Indem er das Gewöhnliche in außergewöhnlicher Weise darstellt, ermutigt Ondrei Bo die Menschen, ihre Umgebung mit neuen Augen zu sehen und die verborgene Schönheit im Alltäglichen zu entdecken. Manchmal benutzt Ondrei Bo stilisierte Charaktere, um seine persönliche Vision der Welt und seine Einstellung zum Alltag auszudrücken. Durch diese Figuren können Betrachter einen Einblick in seine Gedankenwelt und seine künstlerische Interpretation des Lebens erhalten. Seine Werke laden dazu ein, sich in eine Welt einzutauchen, die gleichzeitig vertraut und doch voller Überraschungen ist. Quelle: Ondrei Bo

Freizeitgruppe Gestaltung (Glauchau) Nr.73

"Flow"

Die sechs Meter lange, aus drei beweglichen Segmenten bestehende Hängeskulptur verbindet organische Ästhetik mit konstruktiver Logik. Ein Holzskelett bildet das stabile Gerüst, während Flies und Folien bewegliche, an tierische Formen erinnernde Volumina umhüllen, die wie innere Organe erscheinen. In der Bewegung entfaltet sich ein Zusammenspiel aus der Rationalität der Konstruktion und der Irritation durch das scheinbar Lebendige – eine Auseinandersetzung mit Körper, Funktion und Wahrnehmung.

Die Freizeitgruppe Gestaltung ist ein Künstlerkollektiv aus Glauchau, das sich über verschiedene Medien von Installation, Malerei bis zur Performance mit Orten, politischem Zeitgeschehen und Geschichte auseinandersetzt. Die Freizeitgruppe, das ist eine Architektin, ein Maler mit Streetart- und Graffiti-Background und ein Freier Künstler. Das Kollektiv entstand 2014 auf der ibug und ist mit dem Festival noch immer stark verbunden. Industriebrachen von Deutschland bis Georgien, öffentliche Räume und Straßen bilden eine Art Spielwiese für die Freizeitgruppe Gestaltung. Charakteristisch ist dabei auch ein gewisser Hang zum Hedonismus im Schaffensprozess und ein großer Schuss Ironie als Teil der thematischen Auseinandersetzung.

Abriss bildet Raum - Raum ist Spielraum! Lass uns spielen!