Pablo (Georgien) Nr.36
„Eine Kuh für das Glück“
Dies ist eine der Kühe von meinem Hof, die ich hier als Geschenk hinterlassen habe. Eine Kuh, die dem UWE Erfolg und Fortschritt bringt.
Jannosch Müller (Stuttgart) Nr.74
o.T.
Janosch Müller ist 1997 in Aalen geboren, er lebt und arbeitet in Stuttgart. Ab 2018 studiert er Kunst und intermediales Gestalten an der ABK, ebenfalls in Stuttgart.
Zentrale Themen der Auseinandersetzung sind Strukturen, öffentlicher Raum, ästhetischer Verfall und Prozess. Medial sind die künstlerischen Äußerungen dabei divers angelegt und reichen vom klassischen Tafelbild bis hin zu raumgreifenden Installationen oder subtilen Interventionen.
In Etzdorf wurden unter Anderem einige Kabel aus dem Fundus des Umspannwerkes entnommen und an verschiedenen Orten auf dem Gelände installiert. Ein subtiler Eingriff, spielend mit der Suggestion von Funktion. Die Kompositionen wurden dabei im Dialog mit den räumlichen Gegebenheiten erarbeitet.
Des Weiteren besteht seit 2013 eine intensive Praxis im Graffiti-Bereich. Dabei hat sich der Fokus in der jüngeren Zeit vermehrt in die Abstraktion verlagert. Ausgehend von Aspekten des Raumes (wie Architektur, Lichtverhältnisse oder Ähnlichem) werden abstrahierte Arrangements geschaffen. Bei diesen werden sowohl organische wie auch Urbane Strukturen als visuelle Referenzen herangezogen.
In Etzdorf wurden in diesem Kontext dreidimensional anmutende Objekte im Treppenhaus, Säulenraum und in der Halle geschaffen, wie auch minimalistischere Linienzeichnungen auf dem Dachboden.
Ondrei Bo (Chemnitz/Ukraine) Nr.37
„Steinwand“
Ondrei Bo - ist ein ukrainischer Künstler, der im Realismus-Stil arbeitet. Er meistert die Kunst der Licht- und Schattensetzung, um das Leuchten von Objekten in seinen Werken einzufangen. Seine Fähigkeit, das Licht zu lenken, verleiht seinen Gemälden eine besondere Tiefe und Dimension. Die bevorzugte Farbpalette ist lebendig und intensiv, und er nutzt sie, um die Atmosphäre seiner Gemälde zu verstärken.
Durch seine Kunst zieht er die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Schönheit und Einzigartigkeit alltäglicher Dinge. Seine Gemälde spiegeln oft gewöhnliche Momente des Lebens wider, die oft übersehen werden, aber durch seine Darstellung werden sie zu einem faszinierenden Blickfang. Indem er das Gewöhnliche in außergewöhnlicher Weise darstellt, ermutigt Ondrei Bo die Menschen, ihre Umgebung mit neuen Augen zu sehen und die verborgene Schönheit im Alltäglichen zu entdecken. Manchmal benutzt Ondrei Bo stilisierte Charaktere, um seine persönliche Vision der Welt und seine Einstellung zum Alltag auszudrücken. Durch diese Figuren können Betrachter einen Einblick in seine Gedankenwelt und seine künstlerische Interpretation des Lebens erhalten. Seine Werke laden dazu ein, sich in eine Welt einzutauchen, die gleichzeitig vertraut und doch voller Überraschungen ist. Quelle: Ondrei Bo
Naamlooozz (Niederlande) Nr.38
o.T.
Kenneth Letsoin aka Naamlooozz ist purer gelebter Strich. Der Malberserker aus Rotterdam sieht einen Raum, eine Fläche, einen Gegenstand und legt los, Rotzig, frei aufgetragene Farbe wird mit einer Linie gebrochen und mit der nächsten Fläche entweder versöhnt oder doch wieder in Frage gestellt. Dabei ist es egal ob Dose, Pinsel, Roller oder kaputte Plastikeimer im UWE-Keller. Was er findet ist kombinierbar, formbar und wird zur Malerei. Es ist ein stetiges, dynamisches Wachsen von der Linie, zur Form, zum ganzen Raum. Die Malerei wird zum Raum, der Raum zur Malerei.
Naamlooozz erschaftt an den Stränden Mexikos Kunstinstallationen aus Plastikmüll oder „vandalisiert“ Werbung in den Straßen von Rotterdam. Naamlooozz ist ständig unterwegs, arbeitet in Gemeinschaftsprojekten zusammen mit Menschen unterschiedlichen Alters und Hintergrund und ist überall auf der Welt zu finden.
Naamlooozz über sich selbst: „Die Straße inspiriert mich. Ich bin einfach ein Typ von der Straße.“
Gogi (Georgien) Nr.39
„Rainbow“
Das Projekt „Rainbow“ ist eine Installation, die sich in bestehende Räume und architektonische Objekte integriert. Die Bewegung wird in Stop-Frames dekonstruiert und in eine volumetrische Form umgewandelt. Je dynamischer und vielfältiger der Raum ist, desto fließender und anpas- sungsfähiger wird die Bewegung. Letztlich erzeugt die Installation die Illusion einer kontinuierlichen Bewegung in der Umgebung.
Björn Holzweg (Hamburg) Nr.40
o.T.
In seiner Arbeit versammelt Björn Holzweg gefundene Steine aus der Umgebung Etzdorfs – Zeugnisse eines Ortes, die gesammelt, angeordnet und neu kontextualisiert wurden. Im Kreis ausgelegt, erinnern sie an prähistorische Steinkreise und wecken Assoziationen an vergangene, nicht belegte Rituale und Kulturen. Die Ordnung der Steine folgt keiner festgelegten Wissenschaft, sondern einer intuitiven Archäologie der Wahrnehmung. Spielerisch ergänzen kleine Applikationen an den Steinen die Szenerie – als Fundstücke einer fiktiven Forschungsreise, die mehr Fragen stellt als Antworten gibt. Ein Spiegel des Ortes, der Zeit und der Beziehung zwischen Mensch, Natur und Erinnerung.
In den Arbeiten von Björn Holzweg, geboren 1979 in Leipzig, stehen die Steine nicht weniger im Zeichen des ewigen Spannungsfelds zwischen Mensch und Natur. Holzweg, ein Künstler, der durch seine humorvoll- ironischen und zugleich nachdenklichen Werke auffällt, beschäftigt sich mit der Ambivalenz unserer Beziehung zur Natur.
In seinen Zeichnungen und Skulpturen konfrontiert er uns mit der Frage, wie der Mensch, als vermeintlicher Höhepunkt der Schöpfung, immer wieder versucht, sich von der Natur zu entfremden, um sie dann doch zu seiner eigenen Verwendung zu zähmen. Der Stein – ursprünglich eine Darstellung von Natur, Unverrückbarkeit und Ewigkeit – wird in Holzwegs Arbeiten zum Spiegel unserer eigenen Auseinandersetzungen mit der Umwelt.
Holzwegs Arbeiten sind dabei niemals rein negativ oder zerstörerisch, sondern humorvoll, fast mystisch. Sie laden ein, die Ironie und den Aberglauben zu entdecken, mit denen der Mensch die Natur über Jahrtausende hinweg behandelt hat.
Philipp Eichhorn (Halle) Nr.41
„der Prinz“
Die Arbeit wurde genau für den Ort angefertigt. Wie auf einer Bühne schälen sich einzelne Figuren aus den zerschnittenen Platten. In mehreren Ebenen wächst daraus eine Gruppe rund um den Prinzen. Hoch zu Ross, bestim- mend und antreibend. Ein Lakai unter ihm nimmt dem Bittenden im Vordergrund auch noch das Letzte ab.
Philipp Eichorn (Jg. 83) lebt und arbeitet in Halle. Sein vielfältiges Arbeitsspektrum besteht aus Graffiti, Zeichnung, Malerei und Kunst am Bau. Dazu ein paar beschreibende Worte: Den Malereien von Philipp Eichhorn liegen zumeist Beobachtungen zugrunde welche er in seinem Umfeld macht. Es sind vor allem alltägliche Situationen am Rande der Gesellschaft. Sein Antrieb ist es, diese Themen in den Fokus zu rücken, den Betrachter zwingt das hinzuschauen. Oft ist die Szene abstrahiert und farblich überhöht, sodass erst ein poppiger, fröhlicher Eindruck entsteht, die eigentliche schwere und Tragweite des Themas folgt erst bei bei näherer Betrachtung. Quelle: Philipp Eichorn
Tomislav Topic (Berlin) Nr.42
o.T.
Der 1985 in Hannover geborene und in Berlin lebende Künstler Tomislav Topic hat im Laufe seiner Karriere ein stilistisch einzigartiges und unverwechselbares Oeuvre geschaffen. Als Teil von Quintessenz und als Solokünstler konnte er weltweit zahlreiche Installationen und Wandbilder im öffentlichen Raum realisiert.
Tomislav Topic sprengt mit seinen Wandbildern die Grenzen des Genres der Malerei und beweist, dass sein abstrakter, ungegenständlicher Stil sowohl im kleinen Galerieformat als auch auf monumentalen Wänden hervorragend funktioniert. Durch sein Studium an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim hat er sowohl einen Hintergrund in der akademischen Kunstwelt als auch in der urbanen Kunst.
Selbstbewusst formuliert er einen eigenen künstlerischen Standpunkt, der diese klassischen Kategorien zu vereinen und zu transzendieren sucht und versteht seine künstlerische Arbeit vor allem als Arbeit an unserer Umwelt. Topic ist bekannt für seine farbenfrohen, ortsspezifischen Kunstinstallationen, in denen er es versteht, seine Arbeit auf das eigentliche Wesen der Kunst selbst zu reduzieren: Farbe und Form.
Farbe und Form werden zum alleinigen und primären Inhalt seiner Kunst erhoben. Seine abstrakten Werke und die grundsätzliche Konzentration auf Farbe und Form ermöglichen es ihm, universell verständliche Installationen zu schaffen, die dem Betrachter ein echtes und direktes Kunsterlebnis ermöglichen. In Topic‘s Werk gehen die erhebende Kraft der Schönheit und die Logik der Wissenschaft eine Symbiose ein, die uns herausfordert, die Umwelt wahrzunehme Quelle: Tomislav Topic
DiFF (Aue/Bad Schlema) Nr.43
„Zaungäste“
...weil aus Zaunslatten ja… und weil sie neugierig sind, die Anderen, ihre Hälse recken zum Nachbarn, zu mir, über die Grenzen hinweg. Vielleicht wollen sie was haben, oder was geben, oder nur Gesellschaft, vielleicht wollen sie auch bleiben und sich dauerhaft niederlassen hinterm Zaun. Da wird es aber spannend! Ein Schwätzchen tut es vielleicht auch schon... sag ich mal ganz unpolitisch als Hobbykleingärtner!
Der Bildhauer Christoph Rossner aka DiFF aus Aue/ Bad Schlema spielt gekonnt mit Material, Form und Farbe. Seine Arbeiten sind sowohl klar auf das Wesentliche reduziert, als auch humorvoll.
Auf der Suche nach verschiedensten Form-, Inhaltsund Aussageabsichten bediene ich mich unterschiedlichster Materialien und Bildsprachen. Es entstehen komprimierte `reife Formen´, Skulpturen ungegenständlicher wie figürlicher Natur.
Bei der Thematisierung der menschlichen Figur, findet sie oft ihren Ausdruck in einer farbig skurrilen, auch erzählen- den Gegenständlichkeit. Meine `Stelen´ suchen gesteigerte Aussagekraft durch Wiederholung, Aufreihung der variiert angeordneten Einzelformen. In meinem Schaffen bewege ich mich oft im Grenz- bereich zwischen angewandten und freien Objekten.
Meine eher minimalistischen Skulpturen suchen Ursprünglichkeit, wollen pur oder archetypisch zeichenhaft daherkommen. Durch Reduzierung möchte ich Vieldeutigkeit programmieren.
Die Installationen wollen den Raum aktivierend ergreifen, Bewegung und `tätig sein´ suggerieren, Grenzen verschleifen z.B. zwischen urban - ländlich, Mensch – Tier - Maschine oder einfach poetische Zufluchtsorte bzw. Sinn- Male schaffen. Die Themen meiner Figuren sind vor allem dem Menschen im Allgemeinen verpflichtet, seinem Wesen und seinen Beziehungen im gesellschaftlichen Kontext.
Neben den Erläuterungen konzeptioneller Hintergründe zu verschiedenen bildnerischen Vorhaben und Projekten, reflektieren begleitende literarische Texte meist persönliche emotionale Eindrücke, Zeit-, Natur-, Beziehungsgeschehen in phänomenologischer Betrachtungsweise. Quelle: Christoph Rossner
Tamoonz (Georgien) Nr.44
o.T.
Die Geschichte der Region ist geprägt vom Bergbau und von militärischen Konflikten, von denen die Schlacht bei Chemnitz im Jahr 1756 am bekanntesten ist. Die Lage der Stadt in der Nähe des Erzgebirges trug zum frühen Wachstum der Stadt als Bergbauzentrum bei. In meiner Arbeit wollte ich das ikonische Bild eines Bergmanns dekonstruieren, der in einer beengten, aber lebendigen und farbenfrohen Umgebung arbeitet, und so die Essenz der reichen Geschichte von Chemnitz einfangen.
Tamoonz ist eine international anerkannte Künstlerin aus der pulsierenden Stadt Tifl is in Georgien. Mit einem Abschluss in Medienkunst und Grafi kdesign von der Staatlichen Kunst- akademie Tifl is wurde ihre Leidenschaft für bildende Kunst und Graffi tikultur schon in jungen Jahren geweckt, was sie zu einer Vorreiterin in Georgiens aufstre- bender Street-Art-Szene machte. Seit ihrem Abschluss ist Tamoonz eine prominente Persönlichkeit auf zahlreichen Urban-Art-Festivals weltweit, wobei ihr künstlerisches Flair in Ländern wie Großbritannien, Belgien, Deutschland, Nepal und natürlich ihrer Heimat Georgien Spuren hinterlassen hat.
Doterius Molrok (Erfurt) Nr.45
o.T.
Doterius Molrok aka Dr.Molrok aka Michael Ritzman studierte Philosophie, Psychologie und Kindheitspädagogik, kam dann aber zu dem Schluss, das seine seine künstlerische Karriere wesentlich wichtiger ist und brach sein Studium in Erfurt ab, soweit so fruchtbar! Schon 1994 begann er mit illegalen Graffitis künstlerisch zu arbeiten. 1999 begann er in den „Künstlerwerkstätten“ in Erfurt zu arbeiten, und nutzt diese bis heute noch häufig für seine Emaillearbeiten.
Als Künstler ist Dr. Molrok ein Tausendsassa. Er arbeitet in in verschiedensten Genren der Bildenden Kunst: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, fotografische Bearbeitungstechniken, Produktionsdesign, Gold- und Silberschmiedekunst, Requisiten- und Fassadengestaltung sowie professionelles Lunatism und Projection Mapping.
In Dr. Molroks raumgreifenden Skulpturen findet man zum Einen seine Wurzeln im Graffit wieder, der Flow eines Styles ist immer noch in seinen räumlichen, materiell prägnanten Form zu entdecken. Zum Anderen widerspiegeln sie mikro-, als auch makro-biologischen Formationen und zeigen die komplizierte Schönheit natürlicher Strukturen auf. Dabei lässt er sich u.A. von den konzeptionellen Feinheiten von Gehirnzellen und Nervenachsen inspirieren, die er durch abstrakte, tentakelartige Ausläufer darstellt.
Chick´s n Graffiti (Etzdorf) Nr.46
Naamlooozz (Niederlande) Nr.47
o.T.
Kenneth Letsoin aka Naamlooozz ist purer gelebter Strich. Der Malberserker aus Rotterdam sieht einen Raum, eine Fläche, einen Gegenstand und legt los, Rotzig, frei aufgetragene Farbe wird mit einer Linie gebrochen und mit der nächsten Fläche entweder versöhnt oder doch wieder in Frage gestellt. Dabei ist es egal ob Dose, Pinsel, Roller oder kaputte Plastikeimer im UWE-Keller. Was er findet ist kombinierbar, formbar und wird zur Malerei. Es ist ein stetiges, dynamisches Wachsen von der Linie, zur Form, zum ganzen Raum. Die Malerei wird zum Raum, der Raum zur Malerei.
Naamlooozz erschaftt an den Stränden Mexikos Kunstinstallationen aus Plastikmüll oder „vandalisiert“ Werbung in den Straßen von Rotterdam. Naamlooozz ist ständig unterwegs, arbeitet in Gemeinschaftsprojekten zusammen mit Menschen unterschiedlichen Alters und Hintergrund und ist überall auf der Welt zu finden.
Naamlooozz über sich selbst: „Die Straße inspiriert mich. Ich bin einfach ein Typ von der Straße.“
DiFF (Aue/Bad Schlema) Nr.48
"Reinkarnation"
Aus Rindenstücken werden mittels Kabelbindern Bäume neu zusammengesetzt. Diese an Frankensteins Monster erinnernden Gebilde stehen für den Versuch eine aus dem Gleichgewicht geratene Natur wieder herzustellen bzw. neu zusammenzusetzen. Die bunten Kabelbinder verstärken diesen Kontrast zwischen Natur und menschlichem Eingriff. Kiefernwälder, die vom Borkenkäfer gefressen werden, weil die Kiefer kein einheimisches Gewächs ist oder das Übermaß an Wildschweinen und Rehen, weil ein natürlicher Regulator fehlt, sind dabei nur zwei Aspekte von Vielen.
Der Bildhauer Christoph Rossner aka DiFF aus Aue/ Bad Schlema spielt gekonnt mit Material, Form und Farbe. Seine Arbeiten sind sowohl klar auf das Wesentliche reduziert, als auch humorvoll.
Auf der Suche nach verschiedensten Form-, Inhaltsund Aussageabsichten bediene ich mich unterschiedlichster Materialien und Bildsprachen. Es entstehen komprimierte `reife Formen´, Skulpturen ungegenständlicher wie figürlicher Natur.
Bei der Thematisierung der menschlichen Figur, findet sie oft ihren Ausdruck in einer farbig skurrilen, auch erzählen- den Gegenständlichkeit. Meine `Stelen´ suchen gesteigerte Aussagekraft durch Wiederholung, Aufreihung der variiert angeordneten Einzelformen. In meinem Schaffen bewege ich mich oft im Grenz- bereich zwischen angewandten und freien Objekten.
Meine eher minimalistischen Skulpturen suchen Ursprünglichkeit, wollen pur oder archetypisch zeichenhaft daherkommen. Durch Reduzierung möchte ich Vieldeutigkeit programmieren.
Die Installationen wollen den Raum aktivierend ergreifen, Bewegung und `tätig sein´ suggerieren, Grenzen verschleifen z.B. zwischen urban - ländlich, Mensch – Tier - Maschine oder einfach poetische Zufluchtsorte bzw. Sinn- Male schaffen. Die Themen meiner Figuren sind vor allem dem Menschen im Allgemeinen verpflichtet, seinem Wesen und seinen Beziehungen im gesellschaftlichen Kontext.
Neben den Erläuterungen konzeptioneller Hintergründe zu verschiedenen bildnerischen Vorhaben und Projekten, reflektieren begleitende literarische Texte meist persönliche emotionale Eindrücke, Zeit-, Natur-, Beziehungsgeschehen in phänomenologischer Betrachtungsweise. Quelle: Christoph Rossner
Schmii (Leipzig) Nr.49
o.T. - 12 Miniaturen / im Gebäude verteilt
Der Leipziger André Schmidt aka Schmii holt das Große ins Kleine, um das Kleine wieder Groß zu machen. Mit seinen Miniaturnachbildungen der urbanen Welt macht er es möglich, das Große erst richtig im Kleinen wahrzunehmen. In seinen verkleinerten Versionen von verschiedenen Fassaden, Gebäuden und Orten werden Details und Geschichten sichtbar, die in der großen, realen Welt oftmals nicht wahrgenommen werden.
Dabei entsteht nicht einfach nur eine bloße technische Abbildung des Realen, sondern immer auch ein detailverliebtes Fest des urbanen Mit- und auch Gegeneinanders. Von zugetaggten Mauern, rostigen Zäunen, Suchaushängen, Verbotsschildern bis zum Gentrifizierungsprotest - es sind gerade diese Details, die seine Gebäude zu eigenständigen Kunstwerken machen.
Er miniaturisiert real vorhandene Gebäude, entwickelt aber auch eigene Bauwerke, die er in ausgebrochenen Mauerlöchern oder anderen baulichen Elementen installiert. So entstanden im UWE ca. 12 Arbeiten, die über das ganze Gebäude verteilt sind, so auch die Fassade eines Dönerladens in einem Putzloch in Eingangsnähe.
Schmii verzichtet dabei komplett auf vorgefertigte Produkte, nimmt die Aufmaße vor Ort ab und betreibt Internetrecherche zu den Gebäuden. Seine Basiskonstruktion entsteht aus Schaumstoff, Gips oder Beton, die er mit dem Laser- und Heißdrahtschneider konstruiert und bearbeitet.
Musya (Georgien) Nr.50
o.T.
Dieses ortsspezifische Wandbild von Musya Qeburia entstand während der UWE Kreativphase und entwickelte sich in einem intuitiven, improvisierten Prozess. Die gewählte Wand - ein schmaler Korridor, der in einer echten Tür endet - diente sowohl als physisches als auch als symbolisches Zentrum des Werks.
Inspiriert von einem Aufenthalt im umliegenden Wald und einem meditativen Moment unter einer Eiche, stellte sich die Künstlerin eine ruhige, in sich gekehrte weibliche Figur vor. Ihr Körper öffnet sich in eine vielschichtige innere Welt - eine natürliche, kosmische und symbolische -, die Intuition, Harmonie und Transformation reprä- sentiert. Eine Schlange mit Birkenmuster wickelt sich um sie und symbolisiert Erneuerung und Neubeginn. Schmetterlinge erscheinen als subtile und doch kraftvolle Symbole für persönliches Wachstum und Metamorphose.
Im Herzen des Wandgemäldes ist die eigentliche Tür auf die Brust der Figur ausgerichtet und wurde in einen herzförmigen Spiegel verwandelt, der den Betrachter zu einem Moment der Selbstreflexion einlädt. Wie wir auf Georgisch sagen: Schau in dein Herz.
Das Wandbild steht als Portal zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren und ist ein stiller Aufruf, sich durch die Natur, die Gegenwart und die dauerhafte Kraft der Kunst wieder mit der eigenen inneren Welt zu verbinden.
Musya Qeburia (geb. 1991 in Poti, Georgien) ist eine multidisziplinäre georgische Künstlerin, die in Tifl is lebt. Aus der frühen Street-Art-Bewegung in Georgien hervorgegangen, begann sie 2008, Wände zu bemalen, und hat sich seitdem zu einer der bekanntesten zeitgenössischen Wandmalerinnen des Landes entwickelt.
Im Laufe ihrer langjährigen Praxis hat Musya eine Bildsprache entwickelt, die Intuition, kulturelle Symbolik und die unverfälschte emotionale Ehrlichkeit gelebter Erfahrungen miteinander verbindet. Ihre Arbeit erforscht menschliche Identität, Geschichte, Kultur und die unsichtbaren Muster, die unsere Innenwelten prägen. Fließend bewegt sie sich zwischen großformatigen Wandmalereien, Leinwand, digitalen Arbeiten und experimentellen Mischtechniken und betrachtet jede Oberfl äche als Ort des Geschichtenerzählens – eine Brücke zwischen dem Persönlichen und dem Kollektiven.
Ihre künstlerische Grundlage hat sie in verschiedenen kreativen Bereichen wie Verlagswesen, Werbung und Design gelegt. Diese vielseitige Erfahrung prägt bis heute die Vielseitigkeit und Tiefe ihres Schaffens. Musyas Durchbruch gelang ihr mit ihrem international gefeierten Projekt „Series of the Lips“ (2012), einer Sammlung von fünfzehn Gemälden, die intime, symbolische Porträts von Frauenlippen einfangen.
