Distubanity Graphics (Berlin) Nr.1
„The Good, the Bad and the DoubleStandard“
Grundlage dieser mehrschichtigen Arbeit ist der klassische Writername von Disturbanity. Dessen Typo entwächst aus für ihn typischen organisch-technischen Elementen und wird wieder von verschiedenen Farbebenen überlagert. Der Künstler nimmt damit auch Bezug auf den Krieg in Nahost. Der Konflikt polarisiert Gesellschaft und Politik, was zu Schwarzweissdenken und moralischen Doppelstandards auf beiden Seiten führt.
Der äusserst vielseitig malende Matthias Gephart aka Distubanity Graphics verwandelt ganze Räume in einen Rausch aus Linien, Farben und organischen Typografien. Seine Arbeit ist zwar noch am klassichen Graftiti orientiert, entwächst aber sprichwörtlich in in den Raum und schafft mehrschichtigte Gebilde, die sich in etwas größerem als einer Kategorie auflösen.
Matthias Gephart über sich selbst: „Ich bin ein Grafikdesigner und Illustrator aus Bochum, der in Berlin lebt. Ich schreibe und zeichne und male Graffiti-Typografie seit 1988. Ich fotografiere, ich kombiniere, ich überblende, ich freestyle, ich mixe, ich mache Bücher. Ich sehe Wildstyle Lettering als eine Herausforderung, Formen zu schaffen, die sich manchmal eher wie Underground Comics aus den Sechzigern anfühlen als wie solide 80er Jahre Klischees.“
Anne Bengard (Berlin) Nr.2
o.T.
Anne Bengard hat im UWE einen Klartraum verbildlicht. Dabei geht es darum, sich während eines Traumes bewusst zu werden, dass man träumt und im Traum selbstständig handeln kann. Dieser wissenschaftlich untersuchte Zustand wird auch als luzides Träumen bezeichnet. In ihrem Klartraum, bildlich geträumt von ihrer Muse Frau Fuchs, entwächst eine Lotusblume dem Hals der Träumenden. Damit wird nach buddhistischer Symbolik ein Bezug vom aktiven Träumen zu Tod und Wiedergeburt hergestellt.
Annes Arbeit befasst sich mit Themen rund um Verbindung, Intimität und Fetischisierung, wobei sie den Begriff „Fetisch“ im Kontext von Verhalten, Hingabe, Besessenheit und Konsum versteht. Ihre manchmal an Voyeurismus grenzende Bildsprache nutzt Polaritäten, um soziale Themen, Normen und Stereotypen zu erforschen und zielt darauf ab, ein Gefühl von Sinnlichkeit und Spannung zu erzeugen.
Ihre Arbeiten stellen eher Fragen, als dass sie Aussagen machen. Ihre Sujets zeigen vor allem ihre langjährige Muse und beste Freundin, das Fräulein Fuchs, sowie Freunde und geliebte Menschen.
Anne ist eine autodidaktische Malerin, die von Animes und Mangas der 90er Jahre wie Sailor Moon, Gemälden alter Meister wie Caravaggio und Rubens und Surrealisten wie Leonor Fini beeinflusst ist, um nur einige zu nennen.
Nachdem sie in ihrer Atelierpraxis mit Aquarellfarben begonnen hatte, wechselte sie 2017 zur Ölmalerei. Gleichzeitig begann sie, im Bereich der urbanen Kunst zu arbeiten und großformatige Wandbilder zu schaffen. In ihrer Atelierpraxis konzentriert sie sich auf persönliche Themen und Erkundungen, während ihre Wandmalerei den Fokus auf die Geschichte, die Menschen und die Kontexte der jeweiligen Umgebungen. Quelle: Anne Bengard
Onebran (Athen/Griechenland) Nr.3
o.T.
Durch unregelmäßige Formen, die oft durch scharfe Winkel und dreieckige Strukturen gekennzeichnet sind, fordert er den Betrachter zu einer tieferen Reise auf, um seine Emotionen zu entdecken und nach außen zu tragen. OneBran drückt sich mit Hilfe von Acrylfarben, Sprüh- farben und Foto-/Videobearbeitungssoftware aus, um die moderne urbane Kultur auf innovative Weise zu erfassen und in Formen zu verwandeln.
Onebran kreiert im öffentlichen Raum und nicht nur dort, wobei seine Spontaneität auf der ständigen Suche nach neuen Formen oder Elementen Oberflächen immer wieder neues Leben einhaucht.
Ordinario (Köln) Nr.4
o.T.
Ordinarios Arbeiten sind geometrische Reaktionen auf architektonische Gegebenheiten. Sie verstecken sich und tauchen plötzlich auf. Dabei interessiert sich Ordinario für ungewöhnliche Situationen, die für Maler nicht unbedingt interessant sind. Seine Formstudie beinhaltet vielfältige Formate. Zum derzeitigen Zeitpunkt untersucht er kreisförmige Entitäten, die verspielt auf ihre Umgebung eingehen.
Ordinario ist ein deutsch-filipinischer Künstler, der in Köln und Berlin lebt. Als Architekturzeichner widmet er sich zwei- und drei-dimensionalen Formen. Diese sind inspiriert von natürlichen Formen, denen er in seiner eigenen kulturellen Auseinandersetzung immer wieder begegnet. Er versucht, seine kulturellen Wurzeln zu verstehen, ohne viel über sie zu wissen. So wird das Carabaohorn zum Leitmotiv und Ziegenköpfe werden zu architektonischen Bausteinen. Er schloss 2022 als Meisterschüler in der Architekturklasse der Kunstakademie Düsseldorf ab und wurde mit dem Förderpreis ausgezeichnet.
Ordinario begibt sich auf eine Reise mit interkulturellen Techniken. Er bezeichnet sich selbst als kulturelles „Dazwischen“ und wird so zu einem Experimentator, der die Grenzen seiner Herkunft verwischen will. So entsteht eine neue Welt, die ihren eigenen Regeln folgt. Die Formen, die durch diese Ordnung entstehen, sind „freihändig- symmetrisch“. Sie entstehen durch ein „unsichtbares Raster“, das Ordinario Punkt für Punkt erscheinen lässt. Diese Technik erlaubt es ihm, sich auf einem zweidimensionalen Medium ohne vorge- fertigtes Raster präzise zu orientieren. Er bewegt sich zwischen geometrischer Konstruktion und Freihandzeichnung auf der Grundlage architektonischer Operationen. Das Ergebnis sind Entwürfe von Formen, Mustern und Zeichen.
Loomit (München) Nr.5
„Jagdfieber“
Während des Aufenthalts des Artists im UWE hatte seine Tochter ihren ersten Maibock geschossen. Dies war für ihn der Anlass, die Deckenkehle im Durchgang des UWE zu bemalen. Sie zeigt das fliegende Projektil, umgeben von einem Feuerkranz, auf sein Ziel zusteuernd. Umgeben wird die Szenerie von Loomit’s typischen 3D-Buchstaben und Formen.
Über Loomit gibt es etliches zu sagen, was hier wohl den Rahmen sprengen würde. Seine Graffiti-Obsession begann 1983 mit dem Buchloer- Wasserturmm, es folgten der „Geltendorfer Zug“, die „Zeichen der Zeit“-Fassade, das Georg-Elser-Graffito in München und unzählige weitere Projekte in Deutschland und weltweit.
Sein unverkennbarer Stil ist geprägt von weit ausladenden abstrakt gehaltenen 3D-Schrift- zügen in deren Räumen er ganze Geschichten erzählt, die immer wieder Bezug auf den Ort nehmen, wo sie entstehen. Dabei arbeitet er momentan oft mit dem Weimaraner Maler Bert zusammen, der mit seinen sehr fein ausgearbeiteten fotorealen Elementen einen fruchtbaren Gegensatz zum Malerischen in das Gesamtbild einbringt.
