URBAN ART im UWE
UWE steht auf bunt – und dafür sorgen dieses Jahr wieder neue nationale und internationale Künstler:innen. Sie zeichnen, malen, sprayen, stenceln, kleben, installieren, projizieren, performen und bauen drauflos.
Dabei setzen sich die Artists auf ihre ganz eigene Art mit dem Gebäude auseinander – mit seiner Architektur, seiner Geschichte und dem, was es umgibt. Viele Arbeiten entstehen frei inspiriert vom Ort, greifen den Raum auf, spielen mit ihm und verändern, wie man ihn wahrnimmt. Mal geht es um starke gesellschaftliche oder politische Statements, mal um intensiv spürbare Emotionen – und manchmal einfach ums Ausprobieren mit Licht und Farbe.
neue Arbeiten gibt es unter Anderen von:
Ondrei Bo (Chemnitz) Gosp (Leipzig) Gregorio Alvarez (Chile/Berlin) Guido Rebelism73 Günther (Chemnitz) Kera (Berlin) Lapiz (Hamburg) Mow (Oelsnitz) Nense Gomez (Chile/Berlin) Philipp Eichhorn (Halle) plusminus3 (Dresden) Tom Händler (Döbeln) Toymaster Flash (Jena)

Rebelism 73 ist nicht nur das Pseudonym des Künstlers Guido Günther, sondern auch wahrlich bezeichnend für seinen intuitiven Malstil. Der Kontrast zwischen schwungvollen Strichen und kräftigen Linien, zwischen düsteren Flächen und farbigen Akzenten, spiegeln die Dynamik und Spontanität jeder Schaffensphase wieder.
Im Jahr 1994 begann seine künstlerische Laufbahn in der er sich stets neu erfand. Angefangen mit Graffiti malte er bevorzugt seinen Künstlernamen mit temperamentvollen Buchstaben. Im Laufe der Zeit lösten sich diese jedoch immer mehr von der Begrenzungen der einzelnen Zeichen und verwandelten sich Stück für Stück in abstrahierte Figürlichkeit. Diese „Schutzgeister“ versuchen nun in einer Art apokalyptischem Endzeitszenario mit all ihrer Macht eine neue Welt im Geiste des Einklanges mit der Natur zu erschaffen.
Neben seiner freien Tätigkeit als Künstler ist er darüber hinaus seit 1994 bekannt durch seine Dienstleistungen im Bereich der Fassadengestaltungen. Bis heute schmücken zahlreiche seiner Werke ganz Deutschland, vermehrt aber den Großraum Sachsen. Aufgrund seines Erfolges gründete Guido Günther schon 2002 das Unternehmen REBEL ART.

In seinen figürlichen Prozessen erschafft Gosp seine eigene Bildsprache und entwickelt neue sowie unterschiedlichste mystische Wesen. Der Künstler kreiert eine eigene Welt mit ihren ganz individuellen und lebendigen Bewohnern darin. Seine Arbeiten stehen stark im Zusammenhang mit unbewussten sowie zufälligen Prozessen und sind im Ergebnis als sehr persönlich zu verstehen. Mittels einer für die Fassadenmalerei individuellen „Dotwork“ Technik entsteht in der Kombination mit seinen Figuren ein markanter Wiedererkennungswert. Die figürlichen Kompositionen werden häufig mittels einer präzisen grafischen Technik Halt gebend ergänzt und in Szene gesetzt.

Der aus Jena stammende Toymaster Flash aka Michael Drosdek ist ein vielschichtiger Maler und Graffitikünstler. Sein Bandbreite an künstlerischem Ausdruck reicht dabei von klassisch, beinahe barocker, figürlicher Malerei bis hin zu abstrakten, materiellen Farb- und Linienkompositionen. Dabei ist er ständig auf der Suche nach dem Anderen, dem Unentdeckten. Inhalt und Form variieren bei ihm je nach Umgebung, Thema und Schaffensgefühl. Ist die eine Form erkundet, begibt er sich malend in eine neue Richtung, ohne Rücksicht auf vermeintliche Anforderungen von Aussen. Sich an etwas festmachen zu lassen, kann und will er dabei nicht.
Toymaster Flash arbeitet digital und analog zugleich. Täglich angefertigte digitale freie Form und Farbskizzen finden ihren Weg auf Wände und Leinwände, werden vergrößert und verstofflicht. Damit ist der Weg aber nicht zu Ende: weiter geht’s mit der gleichen Form auf die nächste Fläche, sich neu erfindend aber dennoch derselbe Ursprung, ein Prozess aus purer Farblust. Dazu kommen alte Arbeiten, die sich neu formen, weg vom figürlichen Gestern, hin zum freien Morgen. Muss es abstrakt sein? Es muss nur fließen.
So unstetig variierend seine Malerei, so stetig ist er im Umgang mit Kindern und Jugendlichen. Ihnen Kreativität und Handwerk im Umgang mit der Dose, Stencils oder anderen Techniken beizubringen, ist ebenso Teil seiner künstlerischen Arbeit. Das ehemalige Mitglied des weit über Jena hinaus bekannten Kollektivs „Farbgefühl“ gibt seine Erfahrungen in Schulworkshops und Mitmachangeboten weiter und dabei geht es nicht nur um das bloße Erlernen einer Technik.

Philipp Eichorn lebt und arbeitet in Halle. Sein vielfältiges Arbeitsspektrum besteht aus Graffiti, Zeichnung, Malerei und Kunst am Bau. Dazu ein paar beschreibende Worte:
Den Malereien von Philipp Eichhorn liegen zumeist Beobachtungen zugrunde welche er in seinem Umfeld macht. Es sind vor allem alltägliche Situationen am Rande der Gesellschaft. Sein Antrieb ist es, diese Themen in den Fokus zu rücken, den Betrachter zwingt das hinzuschauen. Oft ist die Szene abstrahiert und farblich überhöht, sodass erst ein poppiger, fröhlicher Eindruck entsteht, die eigentliche
schwere und Tragweite des Themas folgt erst bei bei näherer Betrachtung.

Der Oelsnitzer Künstler Martin MOW Tretner zeichnet sich durch einen engagierten Stil und durch die Mischung von Techniken wie Spraylack, Markern, Airbrush und Collagen aus. Seine markanten, illustratorischen Fähigkeiten setzt er in Kinderbüchern und Comics um. In seinen zeichnerischen Arbeiten kombiniert er bewusst übertriebene Perspektiven mit überzeichneten Charakteren und stark ausgearbeiteten Details. Seine Figuren nimmt er dennoch sehr ernst
und integriert sie erzählerisch in ihre Bildlandschaft.
Sein malerisches Werk ist eher geprägt von starken bildlichen Metaphern, die gesellschafts- und sozialkritische Inhalte transportieren. Eine figürliche, teilweise fotoreale Ausdrucksweise kommt hier, bedingt durch die Arbeit mit Spraylack, zum Ausdruck.
Ein wichtiges Element in seinen Arbeiten ist auf jeden Fall auch der Humor bis hin zur beissenden Ironie. Das lachende Auge findet man immer wieder in der ein oder anderen Form, die Kinder ebenso anspricht wie Erwachsene.
MOW über MOW: „Ich mochte schon immer Bilder, die eine Story haben. Kunst sollte, denke ich, schon irgendwie nachdenklich machen. Und das ist auch mein Anspruch an meine Bilder. Ich versuche Stimmungen zu erzeugen und Geschichten zu erzählen, ohne dabei die Dinge zu bewerten.“

Andrei Bo ist ein ukrainischer Künstler im Realismus, der Licht und Schatten meisterhaft einsetzt, um seinen Gemälden Tiefe und Leuchtkraft zu verleihen. Mit intensiven Farben verstärkt er die Atmosphäre seiner Werke und lenkt den Blick auf die Schönheit alltäglicher Momente. Durch seine besondere Darstellung des Gewöhnlichen regt er dazu an, die Welt bewusster wahrzunehmen. Teilweise nutzt er stilisierte Figuren, um seine persönliche Sicht auf das Leben auszudrücken und den Betrachtern Einblicke in seine Gedankenwelt zu geben.
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Gregorio Alvarez über sich selbst Meine Arbeit konzentriert sich auf die Intervention im öffentlichen Raum durch verschiedene Medien und Formate, wobei die Wiederholung von Geometrien und optische Täuschungen die Hauptrolle spielen. Zurzeit experimentiere ich mit Klebebandkunst und untersuche die Interaktion zwischen visueller Wahrnehmung und der Konstruktion optischer Täuschungen durch ein scheinbar einfaches Material: gelbes und schwarzes Sicherheitsband. Mit diesem Material möchte ich untersuchen, wie sich wiederholende geometrische Muster, das Spiel mit Maßstäben und künstliche Bewegungen unsere Interpretation der Realität in Frage stellen und unerwartete Sinneserfahrungen erzeugen können.

Der 1985 in Berlin geborene Künstler Christian Hinz aka “Kera“ beschäftigt sich seit über 23 Jahren mit Farben, Drucktechniken und Fassadenmalerei.
Seine Arbeiten sind geometrisch abstrakt, aber doch räumlich zugleich, dabei spielen Grafik und Ästhetik eine große Rolle. Sowohl die Umgebung und die dazugehörige Farbwelt, als auch Impulse aus seiner Liebe zum Haptischen und Handwerklichen fließen oft mit ein.
In seinen Arbeiten spiegeln sich sein Grafikdesign Studium und seine Leidenschaft zur Linie, Struktur und Fläche sichtbar wieder, auch der jahrelange Umgang mit der Sprühdose, Wandfarbe und Pinsel färbt seinen Stil. Am liebsten beschäftigt er sich mit großformatigen Wänden, die zu produzierende Fläche kann für ihn nicht groß genug sein.
Seine Wandbilder und Kunst am Bau-Projekte sind weltweit verteilt, von Katar, Großbritannien, über Mexiko bis in verschiedene europäische Regionen. Auch in Galerien und auf zahlreichen Messen ist er vertreten, hierfür gestaltet er Leinwände und Objekte in seinem Stil auf komprimierte und detaillierte Weise.
Seit 2012 arbeitet er als freischaffender Künstler. Seine Begeisterung für Siebdruck gibt er seit 2019 als Lehrbeauftragter für Drucktechniken an der Jugendkunstschule Steglitz weiter.

LAPIZ hat seine Arbeiten durch und durch der Gesellschaftskritik verschrieben. Seine farbenfrohen, lebendigen Schablonenarbeiten, die er auf großflächige Wände projiziert, decken die Ungerechtigkeiten unserer Welt auf. LAPIZ möchte mit seiner Kunst Werbung für die Wahrheit machen, Passanten aus dem Alltag reißen, sie aufwühlen und mahnen, sie miteinander ins Gespräch bringen und sie nötigen ihre eigene Haltung zu überdenken.

Nense is known for using a distinctive nostalgic but modern palette, sharp silhouettes and bold brush strokes. His work reflects the intersection between his personal history and his vision on the current social and emotional global situation. His style, that blends graphic and pictorial techniques, has avant-garde influences such as futurism, abstractism and cubism; and influences of pop contemporary muralism.
